Der ungerechte Verwalter – 3 häufig missverstandene Aussagen Jesu

Gott ist sehr klar in seinem Wort, doch manche Bibelstellen fordern unser westlich geprägtes Denken arg heraus!

Zu den häufigsten missverstandenen Aussagen Jesu gehören

  • das Gleichnis vom ungerechten Verwalter
  • Jesus, der keinen Ort hat, sein Haupt hinzulegen
  • der Mann, der seinen Vater beerdigen wollte, bevor er sich Jesus anschloss

Lass uns die Brille unserer westlichen Prägung ablegen und schau dir an, wie diese irritierenden Aussagen Jesu klarer werden:  

  • Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter findest du in Lukas 16, 1-10

Es handelt von einem reichen Mann, der seinen Verwalter wegen Veruntreuung entlassen will. Der jedoch, nicht dumm, rief die Schuldner zu sich und reduzierte die Summe auf den Schuldscheinen.

Was daran ist lobenswert?

Anders als heute üblich, bezog der Verwalter sein Gehalt nicht vom Gutsbesitzer. Er war bevollmächtigt, in dessen Namen Pachtverträge abzuschließen und die Pacht einzutreiben. Damit er davon leben konnte, erhöhte er den Pachtzins und kassierte die Differenz.

Als ihm die Kündigung droht, reduziert er die Summen auf den Schuldscheinen der Pächter und mindert damit sein eigenes Einkommen.

Dieser Verzicht ist eine Investition in sein weiteres Leben, denn die guten Kontakte sichern ihm künftig neue Möglichkeiten bei der Suche nach einem anderen Einkommen.

In Vers 9 lobt Jesus sein cleveres, vorausschauendes Verhalten, denn die „Kinder dieser Welt“ sind ambitionierter darin, ihre Zukunft zu sichern, als die „Kinder des Lichts“. Sie vernetzen sich strategisch und investieren gewinnbringend. Würden die „Kinder des Lichts“ ihre Ressourcen doch genauso geschickt und zukunftsorientiert in Gottes Herrschaftsreich stecken, um dort maximal zu profitieren!

Stell dir gemäß Vers 10 vor, wem du in der Ewigkeit begegnen wirst: wer wird dich mit besonderer Freude willkommen heißen, weil deine Großzügigkeit entscheidend zum Aufschwung beigetragen hat und damit zur Ausdehnung der Herrschaft Gottes?     

Es ist so einfach zu behaupten, man würde mehr bewirken, wenn man mehr zur Verfügung hätte – ein höheres Einkommen, einen Lottogewinn. Wenn du mit dem, was du hast, nicht besonnen umgehst, warum sollte Gott dir mehr schenken, das du auch noch vergeuden würdest?

  • Eine weitere, häufig missverstandene Aussage Jesu steht in Lukas 9,57-58

Es geschah aber, als sie auf dem Weg dahinzogen, sprach einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst, Herr. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlegt.

Ein heutiger Europäer versteht wörtlich, Jesus war obdachlos. Das formt ein Bild vom mittellosen, verachteten Gottessohn.

Ist das die Botschaft?

Tatsächlich hat Jesu Aussage eine Entsprechung in Psalm 84,4-5

Hat doch auch der Sperling ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, woselbst sie ihre Jungen birgt: deine Altäre, o HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott. Wohl denen, die da wohnen in deinem Haus, dich allzeit preisen!

Jesus bezeichnet sich selbst als Haupt und seine Nachfolger als seinen Leib.

Während Füchse und Vögel ein Zuhause in der Natur haben, einen Ort für die Aufzucht und Pflege ihres Nachwuchses, hat der Leib Jesu keinen substanziellen Ort auf der Erde, wie den Tempel, auf dem ihr Haupt ruht.

Die „im Haus des Herrn wohnen“ sind nicht irdisch verortet (vgl. Hebräer 13, 14), weil der Leib Christi in Gottes ewiger Königsherrschaft beheimatet ist.

  • Direkt danach in Lukas 59-60 bringt Jesus einen weiteren Hammer, der schwer zu schlucken ist:

Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der aber sprach: Herr, erlaube mir, vorher hinzugehen und meinen Vater zu begraben. Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!

War der Vater denn schon gestorben?

Als Sohn erwartete er nach dem Tod seines Vaters ein Erbe. Mit diesem Polster würde er sich auf der Abenteuerreise mit Jesus finanziell abgesichert fühlen. Außerdem könnte er dann auch großzügig für die ein oder anderen Ausgaben der Gruppe aufkommen.

Jesus fordert ihn auf, tote Werke, wie das Vertrauen in Vergängliches den (geistlich) Toten zu überlassen und er weckt ihn zu den Lebendigen, die für Gottes Sache wirken.

Diese bauen nicht auf ein vergängliches Erbe ihrer biologischen Eltern, sie schöpfen aus ihrem himmlischen Erbe, welches ihnen seit dem Sterben Christi zusteht. Ihre Absicherung haben sie in ihm, gemäß Matthäus 6,33:

Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht.

Dieser Vers bringt alle drei Aussagen Jesu auf den Punkt und auf einen gemeinsamen Nenner.

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