Changing the games – so geht’s

Das Reich der Himmel auf die Erde bringen, das Umfeld prägen, den Lauf der Dinge ändern, die Regeln neu schreiben – Gläubige haben seit jeher ihre Gesellschaft, Ethik, Rechte und Gesetze grundlegend verändert. Dass Kreuzigungen, Kindstötungen, Brandmale in Gesichtern von Sklaven und Gladiatorenkämpfe abgeschafft wurden, dass Menschenwürde, Unversehrtheit, Gaubensfreiheit und Diskriminierungsverbot Basis unserer Verfassung sind, verdanken wir ihrer Tatkraft.

Dass wir heute unter unzähligen Möglichkeiten wählen können, wie wir unser Leben gestalten möchten, dafür haben einst Menschen ihre Zeit, Energie und Ressourcen investiert. Ungeachtet dessen, ob sie die Frucht ihrer Arbeit selbst genießen würden oder nicht.

Sie alle wirkten mit an dem, was Gott im Sinn für die Welt hat: Frieden und Wohlergehen.

Gamechanger nach dem Herzen Gottes

Menschen, die Gott kennenlernen und sich mit ihm verbünden, synchronisieren ihre Ziele mit seinen Zielen. Sie kooperieren mit ihm und setzen sich für eine bessere Welt ein. So werden sie zu Gamechangern.

  • Gamechanger sind nicht gegen etwas oder gegen jemand, Gamechanger sind für etwas und für jemand. Sie reagieren nicht auf Missstände, sie agieren pro-aktiv.
  • Gamechanger sehen sich nicht als Opfer ihrer Umstände, sie kennen die Macht Gottes und wissen um ihre Fähigkeiten.
  • Gamechanger sind Pioniere. Sie betreten neues Terrain, was stets mit dem Risiko des Scheiterns verbunden ist.
  • Gamechanger nach dem Vorbild Gottes gestalten und fördern gesundes Wachstum.  
  • Gamechanger setzen bisher geltende Regeln und Mechanismen außer Kraft und ersetzen sie durch neue. In der Folge ändert sich (radikal) eine Branche, ein Markt und in Konsequenz irgendwann ein ganzer Sektor.

Changing the games – wie anfangen?

  • Alles basiert auf deiner Beziehung zu deinem himmlischen Vater. Lerne seine Persönlichkeit kennen, was er mag, wie er über Situationen denkt und damit umgeht. Frage ihn gezielt nach seinen Plänen für diese aktuelle Zeit. Was ist ihm wichtig, was möchte er jetzt, in dieser konkreten Lage bewirken? Welchen Benefit plant er langfristig aus einer Krise?
  • Suche nach Organisationen, die sich für die Themen einsetzen, die Gott am Herzen liegen. Du kannst ihre Petitionen unterschreiben und verbreiten. Du kannst auch individuell Briefe formulieren an Fernsehsender, Magazine, Minister, o. ä.
  • Engagiere dich in einer Partei oder einem Verein. Sie müssen nicht einer christlicher Vereinigung angehören oder einen sozialen Schwerpunkt haben. Deine Interessen für spezifische Themen sind nicht von ungefähr, jeder Zweig dieser Welt braucht es, von der erfrischenden Essenz Gottes durchtränkt zu werden.
  • Wem du Geld gibst, dessen Macht stärkst du. Denke darüber nach, jedes Mal, wenn du deinen Geldbeutel öffnest und deine Debitkarte zückst.
  • In deinem Autoritätsbereich können deine Segensworte und Fürbitten deutliche Veränderungen bewirken. Dazu gehört in der Regel deine Familie, dein Arbeitsumfeld, deine Regierung und je nachdem, wofür sonst du ein Mandat von Gott hast.

Changing the games – durch Oikos und Ecclesia

Die Welt verändern möchte Gott nicht mit Einzelkämpfern, sondern durch eine ganze Bewegung. Diese nennt die Bibel „Gemeinde“.

Im griechischen Urtext gibt es dafür zwei unterschiedliche Ausdrücke, Oikos und Ecclesia.

Oikos ist Familie, Haushalt, im Haushalt Beschäftigte, Gemeinschaft, Sippe, Stamm, Herkunft, kurz: ein soziales Gefüge. Oikos im gemeindlichen Kontext beschreibt den familiären Aspekt. Dahinein werden wir neugeboren, erleben Heilung, Intimität mit dem Vater, im Oikos genießen wir Gemeinschaft mit unseren Glaubensgeschwistern und hier lernen wir unsere Identität als Gottes Kinder kennen. Im Oikos befassen wir uns damit, wie wir bodenständige Persönlichkeiten mit Tugenden und Charakter werden und was Beziehungen, Familien und Freundschaften heil und stabil macht. Fokus des Oikos ist die Multiplikation der Gemeinde.

Die Ecclesia in der Antike war die Ratsversammlung mündiger Bürger. Im gemeindlichen Kontext meint Ecclesia die Ratsversammlung mündiger Gottessöhne. Sie befasst sich mit den Plänen Gottes im großen Rahmen, sie ergründet, wie die Welt funktioniert, auf welchen Prinzipien sie beruht. Die Ecclesia fragt, worüber Medien im Sinne Gottes berichten, wie Kunst, Politik, Bildung, Handel und Entertainment nach dem Vorbild des Himmels aussehen. Die Ecclesia richtet ihren Fokus auf die Transformation der Welt.

Oikos und Ecclesia sind wie Griffe, die Gottes Herrschaft wie ein Expander ausdehnen.

Im Oikos leben wir für einander, die Ecclesia lebt für Verbesserungen in der Gesellschaft und Schöpfung.

Im Oikos setzen wir geistliche Gaben ein, in der Ecclesia die geistliche Waffenrüstung.

Im Oikos leben wir Gnade und Erbarmen, in der Ecclesia Gerechtigkeit und Wahrheit.

Im Oikos ist Jesus Versorger, in der Ecclesia ist Jesus Sieger und König.

Im Oikos dienen Engel uns, in der Ecclesia dienen Engel mit uns.

Ecclesia versinnbildlicht den Kämpfer für den Glauben, Oikos die liebreizende, geschmückte Braut.

Oikos erobert in Liebe, Ecclesia erobert in Wahrheit.

Gott beschreibt sich auch selbst als polar, nämlich als Löwe und Lamm, Wahrheit und Liebe, Gerechtigkeit und Gnade. Er regiert mit Hirtenstab und Zepter.

In seiner Gemeinde braucht es Dienst und Autorität, Brüder und Kämpfer, Schafe und Adler.  

Was, wenn der eine Aspekt vernachlässigt wird?

Dasselbe, wie wenn man ein Expander nur an einen Griff zieht: es verschiebt sich. Die Wirkung auf das Band ist gleich Null. Sein Zweck, sich zu auszudehnen, zu expandieren, erfüllt sich nicht.

Ein Beispiel für die Verschiebung eines christlichen Grundwerts ist Diakonie.

Im ursprünglichen Sinn bedeutet Diakonie Arbeit, die jemand im Auftrag eines anderen macht und/oder anderen Menschen zugutekommt. Vom Amt eines Ministers zum Service-Mitarbeiter.

Wenn die Gemeinde ihren diakonischen Auftrag darauf reduziert, sozial und finanziell Schwache zu unterstützen, bleibt der erneuernde Effekt auf die breite Gesellschaft marginal. Wir nutzen dann nicht unsere Möglichkeiten, die Regeln in ihrem Grundsatz zu ändern.

Changing the games – in allen Bereichen

Warum ist es von so großer Tragweite, alle gesellschaftlichen Bereichen wie Bildung, Medien, Kunst, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Politik prägend zu beeinflussen?

Weil es unheimlich schwierig ist, in einem ungerechtem System ein gerechtes Leben zu führen.

Ungerechte Systeme fördern ungerechtes Verhalten und ziehen ungerechte Individuen heran, die noch mehr Ungerechtigkeit etablieren.

Die Strukturen dieser Welt ändern sich nicht automatisch, wenn Menschen gläubig werden. Strukturen müssen aktiv geändert werden.

Diese Welt ist, wie sie ist, weil wir sind, wie wir sind. Uns Christen eingeschlossen.

Die Welt braucht Gamechanger. Sie braucht clevere, unbestechliche Charaktere in Forschung, Wissenschaft, Regierung, Finanzen, Technik. Sie braucht die Söhne Gottes als Kopf, nicht als Schwanz.  

Es ist unser Mandat, dafür zu sorgen, dass Unheil verhütet wird, indem Heil, Wohlstand und Friedlichkeit zur Norm werden. Unternehmen wir in dieser Welt nichts gegen die Systeme, die Armut, Krankheit und Ausgrenzung zulassen, dreht sich die Abwärtsspirale weiter.

Auf Missstände aufmerksam zu machen, ist ein Anfang, doch was wäre, wenn die Schlüsselpositionen besetzt würden von Vertretern der Werte Gottes? Wenn sie es sind, die aktiv die Richtung vorgeben?

Während wir in den letzten Jahren schwerpunktmäßig im Oikos beschäftigt waren, uns in geistlichen Disziplinen, Freundlichkeit und Hingabe zu schulen, neue Ideen und Begabungen einzubringen, für Seelenheil und Beziehungen zu sorgen, haben wir es vielfach versäumt, unsere Gesellschaft nachhaltig zu prägen.

Wenn das, was uns Christen ausmacht, gemeinsame Treffen sind, Gott Lobpreislieder zu singen, karitatives Engagement und Evangelisation, dann sind es andere, die den Ton in Wissenschaft, Technik, Bildung, Medien, Wirtschaft und Politik vorgeben.

Aus der Position des Oikos lassen sich die Säulen der Gesellschaft nicht grundlegend verändern.

Gesellschaftliche Transformation kommt aus der Position der Ecclesia.

Gott ist dabei, die Ecclesia neu zu erwecken und zu positionieren. Der Plan ist, dass Gottes Kinder und Erben in die Mündigkeit reifen, damit sie Vertraute des himmlischen Vaters werden, um mit ihm eine gemeinsame Regierung zu bilden. Der Auftrag der Ecclesia gilt dem König und seinem Reich.

Jesu Auftrag an seine Trainees lautet, alle Nationen zu Nachfolgern zu machen. Dies meint den Einzelnen aus jeder Nation, zugleich aber auch die Ethik jeder Nation.

So lange es Menschen gibt, die durchs Raster fallen, brauchen wir Oikos und Ecclesia: Hilfe und Begleitung der Notleidenden, aber auch einen Strukturwandel, basierend auf den Werten und Zielen Gottes. 

Die Verantwortung für unsere Welt können wir nicht an Jesus deligieren, der es schon irgendwann richten wird, wenn er wiederkommt. Jesus hat seine Mission erfüllt, nun bleibt er im Himmel, bis alles Feindliche ihm zu Füßen gelegt wurde siehe Apostelgeschichte 3.

Wir wollen fairen Handel und Umweltschutz? Dass bei künstlich-intelligenten Technologien auch ethisch-moralische Gesichtspunkte berücksichtigt werden? Dafür müssen wir aktiv werden.

Unser Wirken heute entscheidet darüber, was die nächsten Generationen erben. Wenn wir unsere Stellung nicht besetzen, dann tun es andere. 

Es gibt noch eine Menge zu bewegen!

Jesus predigte nicht nur Pazifismus, er brachte auch das Schwert. Ein Schwert zu Trennen und zu Erobern. 

Lass uns Gott fragen, welche Festungen er jetzt durch uns niederreißen möchte und was er aufbauen will. Was gilt es, anzugreifen und was zu schützen?

Im Oikos ist Jesus Hohepriester, Hirte, Erstgeborener und Bräutigam, in der Ecclesia ist Jesus Held, König, Herrscher und regiert. Im Oikos dürfen wir uns entfalten, in der Ecclesia legen wir unser Ich nieder und tun alles für IHN und für sein Reich.

Durch den Oikos rettet und heilt Jesus Seelen, mit der Ecclesia rettet und heilt Jesus Gesellschaften und Nationen.

Der Oikos wirkt in seinem Umfeld, die Ecclesia wirkt in der Welt.

Die Ecclesia ist die Stadt auf dem Berg, Salz und Licht, sie ist richtungweisend und sie zerstört die Werke des Feindes. Der Oikos sät und pflanzt. Er ist Garten, Salböl, Heilung und Erbauung.

Abschließend zwei biblische Metaphern für Gottes voranschreitende Herrschaft:

  • Ein Stein, der ins Rollen kam, alle Weltmächte umwarf und zu einem riesen Berg heranwächst, bis dieser Berg die ganze Erde ausfüllt, siehe Daniel 2, 44ff.
  • Ein Baum, auf einem hohen und erhabenen Berg gepflanzt, treibt Äste, bringt Frucht und wächst so groß, dass sämtliche Vögel darunter Schutz und Versorgung finden, siehe Hesekiel 17, 23.

Darauf wirken wir hin.

Heute ist Reformationstag. Sei ein Gamechanger! Ändern wir die Regeln!

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