Der Startschuss für die Herrschaft Gottes auf Erden

Welchen Zeitpunkt nennt die Bibel für den Beginn des Zeitalters der Wiederherstellung?

Das Buch Daniel enthält darauf eine klare Antwort.

Damit du den Hintergrund von Daniels Prophetie besser einordnen kannst, zunächst der historische Kontext:

Die Ära von König David war legendär. Doch nur zwei Generationen später wurde sein Königreich geteilt in die Staaten Israel und Juda. Letzterer bestand aus den Stämmen Juda und Benjamin, mit Jerusalem als Hauptstadt.

Daniel war aus dem Stamm Juda und ein Nachfahre der königlichen Familie Davids. Als Jugendlicher war er mit vielen anderen nach Babylon deportiert worden. Er wurde allseits geschätzt, da er sich als weise, verständig, einsichtig und gerecht erwies und wurde deshalb vom Königshof offiziell zum Staatsmann ernannt. Daniel wuchs schnell in seine Rolle als Vertrauter von mehreren Königen und diente auch als Prophet in zwei Weltreichen, dem Babylonischen (s. Daniel 2,48) und dem Medo-Persischen (s. Daniel 6,2-3).

Eines Tages hatte der babylonische König Nebukadnezar einen beunruhigenden Traum und verlangte, dass ein Weiser sich als solcher bewährte, indem er den Inhalt des Traumes wiedergebe und ihn deute. Daniel wurde dieser Traum in einer Vision von Gott kundgetan und so ging er vor den König, beschrieb ihm den Traum und legte ihn auch aus:

Daniel 2,27-29 Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, das der König verlangt, können Weise, Beschwörer, Wahrsagepriester und Zeichendeuter dem König nicht kundtun. Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; und er lässt den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Visionen deines Hauptes auf deinem Lager waren diese: Dir, König, stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde. Und der die Geheimnisse offenbart, er hat dich wissen lassen, was geschehen wird.

Offensichtlich war König Nebukadnezar besorgt darüber, was seiner Herrschaft und seinem babylonischen Reich folgen würde. Gott selbst antwortete Nebukadnezar im Traum:

V. 31 Du, König, sahst auf einmal eine gewaltige Statue vor dir. Es war eine furchterregende Erscheinung, denn sie war riesig groß und ihr Glanz blendete. Der Kopf der Statue bestand aus gediegenem Gold. Brust und Arme waren aus Silber, Bauch und Lenden aus Bronze, die Schenkel aus Eisen und ihre Füße zum Teil aus Eisen und zum Teil aus Ton.

Die Statue verkörperte die Weltreiche der Antike. Der Kopf aus gediegenem Gold repräsentierte das aktuelle Reich Babylon, Brust und Arme aus Silber illustrierten die folgende Weltmacht Medo-Persien, gefolgt von Griechenland, charakterisiert in Bronze und die Beine aus Eisen standen für Rom.

V40-42 Das vierte Reich wird hart wie Eisen sein – Eisen zerschlägt und zermalmt ja alles – und wird wie Eisen alles zerschmettern, was sich ihm in den Weg stellt.  Dass du aber die Füße und Zehen, teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend, gesehen hast, bedeutet: Das Reich wird geteilt sein, aber es wird etwas von der Härte des Eisens in sich haben. Darum hast du das Eisen mit Ton vermischt gesehen. Und dass die Zehen teils von Eisen und teils von Ton sind, bedeutet: Das Reich wird zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein.

Wie wir aus der antiken Historie wissen, wurde das Römische Reich unter Augustus Caesar (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) aufgeteilt in 10 Provinzen, ganz so wie in Nebukadnezars Traum dargestellt, durch die 10 Zehen der Füße.

Diese Statue, als Verkörperung der Weltreiche, wurde nun von einem kleinen Stein an den Füßen getroffen, also zur Ära des Römischen Reiches. Dieser Stein warf die ganze Statue um und sie zerschmetterte:

ab Vers 34 Während du sie noch anschautest, brach auf einmal ohne Zutun einer Menschenhand ein Stein los. Er traf die Füße der Statue, die aus Eisen und Ton bestanden, und zerschmetterte sie. Aber der Stein, der die Statue zerschlagen hatte, wuchs zu einem riesigen Berg, der die ganze Erde ausfüllte. …. V. 44 Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben.

Die historische Abfolge und die Epoche, in der die Weltreiche zerschmettert würden, sind hier klar definiert. Dass diese Vision sich erst Tausende Jahre später zutragen könnte, vielleicht in unserer heutigen Zeit, wie manche Ausleger meinen, gibt dieser Text nirgendwo her, denn die Frage Nebukadnezars bezog sich spezifisch auf die Zeit nach ihm. Und Gott antwortete, siehe Vers 45b

Ein großer Gott lässt den König wissen, was nach diesem geschehen wird.

Damit ist eindeutig, dass der Traum die Entwicklung der antiken Weltreiche veranschaulicht. Kein Science Fiction.

Jahrzehnte später, unter König Belsazar, sieht Daniel in einem Traum, wie Jesus als der ewige König und Weltherrscher eingesetzt wurde:

Daniel 7,13-17 Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Ihm wurde gegeben Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende. Ich, Daniel, war entsetzt, und dies Gesicht erschreckte mich. Und ich ging zu einem von denen, die dastanden, und bat ihn, dass er mir über das alles Genaueres berichtete. Und er redete mit mir und sagte mir, was es bedeutete. Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden.  Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und werden’s immer und ewig besitzen.

Zeitsprung: etwa 600 Jahre später vollendete sich der Traum des König Nebukadnezar. Ein kleiner Stein traf die Mächte der Welt an den Füßen, riss sie nieder und zerstörte sie. Dieser Stein wächst seither und er wird so riesig, bis er die ganze Erde ausfüllt.

Jesus kündigte seinen Zuhörern an, siehe Markus 9,1

„Ich versichere euch: Einige von denen, die hier stehen, werden nicht sterben, bis sie die Gottesherrschaft in ihrer Macht kommen sehen.“

Die Evangelisten beschreiben, wie Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern noch begnete und dann seinen ewigen Thron bestieg.

Markus 16,19 Der Herr wurde nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.

Genau was Daniel 600 Jahre zuvor in einer Vision gesehen hatte:

Da kam mit den Wolken des Himmels einer, der aussah wie der Sohn eines Menschen. Man führte ihn zu dem, der uralt war, und verlieh ihm Macht und Ehre und übergab ihm die Herrschaft. Die Menschen aller Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist ewig, sie wird nicht vergehen, sein Reich wird niemals zerstört.

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