Die Vorhersage des Reiches Gottes durch den Propheten Daniel

Gerade mal zwei Generationen nach König David etwa im Jahr 926 v. Chr. wurde sein Reich geteilt in die Staaten Israel und Juda. Letzterer bestand aus den Stämmen Juda und Benjamin, mit Jerusalem als Hauptstadt.

Der Prophet Daniel war aus dem Stamm Juda und ein Nachfahre der königlichen Familie Davids. Er war noch ein Jugendlicher, als Jerusalem im Jahr 605 v. Chr. von den Babyloniern erobert wurde und er im Zuge dessen von seiner angesehenen Familie getrennt und nach Babylon deportiert wurde. Aus seinem Leben im Exil machte er das Beste, indem er Gott mit seinem Wesen und in seinem Dienst verherrlichte. Er wurde allseits geschätzt, da er sich als weise, verständig, einsichtig und gerecht erwies und wurde deshalb vom Königshof offiziell zum Staatsmann ernannt. Er wuchs schnell in seine Rolle als Vertrauter von mehreren Königen und er diente auch als Prophet in zwei Weltreichen, dem babylonischen (s. Daniel 2,48) und dem medo-persischen (s. Daniel 6,2-3).

Eines Tages hatte der babylonische König Nebukadnezar einen beunruhigenden Traum und verlangte, dass ein Weiser sich als solcher bewährte, indem er den Inhalt des Traumes wiedergebe und ihn deute. Daniel wurde dieser Traum in einer Vision von Gott kundgetan und so ging er vor den König, beschrieb ihm den Traum und legte ihn aus:

Daniel 2,27-29 Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, das der König verlangt, können Weise, Beschwörer, Wahrsagepriester und Zeichendeuter dem König nicht kundtun. Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; und er lässt den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Visionen deines Hauptes auf deinem Lager waren diese: Dir, König, stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde. Und der die Geheimnisse offenbart, er hat dich wissen lassen, was geschehen wird.

Offensichtlich war König Nebukadnezar besorgt darüber, was seiner Herrschaft und seinem babylonischen Reich folgen würde. Gott selbst antwortete Nebukadnezar im Traum:

V. 31 Du, König, sahst auf einmal eine gewaltige Statue vor dir. Es war eine furchterregende Erscheinung, denn sie war riesig groß und ihr Glanz blendete. Der Kopf der Statue bestand aus gediegenem Gold. Brust und Arme waren aus Silber, Bauch und Lenden aus Bronze, die Schenkel aus Eisen und ihre Füße zum Teil aus Eisen und zum Teil aus Ton.

Die Statue verkörperte die Weltreiche der Antike. Der Kopf aus gediegenem Gold repräsentierte das aktuelle Reich Babylon, Brust und Arme aus Silber illustrierten die folgende Weltmacht Medo-Persien, gefolgt von Griechenland (charakterisiert in Bronze) und die Beine aus Eisen standen für Rom.

V40-42 Das vierte Reich wird hart wie Eisen sein – Eisen zerschlägt und zermalmt ja alles – und wird wie Eisen alles zerschmettern, was sich ihm in den Weg stellt.  Dass du aber die Füße und Zehen, teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend, gesehen hast, bedeutet: Das Reich wird geteilt sein, aber es wird etwas von der Härte des Eisens in sich haben. Darum hast du das Eisen mit Ton vermischt gesehen. Und dass die Zehen teils von Eisen und teils von Ton sind, bedeutet: Das Reich wird zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein.

Wie wir aus der antiken Historie wissen, wurde das Römische Reich unter Augustus Caesar (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) aufgeteilt in 10 Provinzen, ganz so wie in Nebukadnezars Traum dargestellt, durch die 10 Zehen der Füße.

Diese Statue, als Verkörperung der Weltreiche, wurde nun von einem kleinen Stein an den Füßen getroffen (also zur Ära des Römischen Reiches), dies warf sie um und sie zerschmetterte:

V.34 Während du sie noch anschautest, brach auf einmal ohne Zutun einer Menschenhand ein Stein los. Er traf die Füße der Statue, die aus Eisen und Ton bestanden, und zerschmetterte sie. Da wurden Eisen und Ton, Bronze, Silber und Gold miteinander zu Staub zermalmt. Auf einmal waren sie wie die Spreu auf dem Dreschplatz im Sommer. Der Wind trug sie fort, und es war keine Spur mehr davon übrig. Aber der Stein, der die Statue zerschlagen hatte, wuchs zu einem riesigen Berg, der die ganze Erde ausfüllte. …. V. 44 Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben.

Die historische Abfolge und die Epoche, in der die Weltreiche zerschmettert würden, werden hier klar definiert. Dass die Vision Nebukadnezars sich möglicherweise erst Tausende Jahre später zutragen könnte, vielleicht in unserer heutigen Zeit, wie manche Ausleger meinen, gibt dieser Text nirgendwo her. Vielmehr bezieht sich die Vision auf die Entwicklung der antiken Weltreiche, denn es heißt in

V.45b. Ein großer Gott lässt den König wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist zuverlässig und seine Deutung zutreffend

Jahrzehnte später, unter König Belsazar, sieht Daniel eine weitere Vision, in welcher Jesus als ewiger König und Weltherrscher eingesetzt wurde:

Daniel 7,13-17 Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Ihm wurde gegeben Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende. Ich, Daniel, war entsetzt, und dies Gesicht erschreckte mich. Und ich ging zu einem von denen, die dastanden, und bat ihn, dass er mir über das alles Genaueres berichtete. Und er redete mit mir und sagte mir, was es bedeutete. Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden.  Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und werden’s immer und ewig besitzen.

Zeitsprung: etwa 600 Jahre später vollzog sich, was König Nebukadnezar in seinem Traum gesehen hatte, das Neue Testament berichtet davon. Jesus selbst kündigte seinen Jüngern noch vor seiner Kreuzigung und Auferstehung an, etliche von ihnen würden das Reich Gottes zu ihren Lebzeiten durchbrechen sehen:

Markus 9,1 Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes in Kraft haben kommen sehen.

Die Evangelisten beschreiben, wie Jesus 40 Tage nach seiner Auferstehung seinen Jüngern ein letztes Mal begenete, bevor er seinen ewigen Thron bestieg. Daniel hatte 600 Jahre zuvor in einer Vision gesehen, wie Jesus zu Gott gelangte, wie er Macht, Ehre und Reich empfing, und die Jünger Jesu sahen, wie sich die Prophezeiung vor ihren Augen erfüllte:

Markus 16,19 Der Herr wurde nun, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.

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