Wie Jesus seine Kindheit überwand

Die Psychologie sagt, die ersten Lebensjahre prägen die Persönlichkeit besonders tief.

Wie jeder andere auch, wurde Jesus in ein vorbelastetes Umfeld geboren. Die Umstände, unter denen er heranwuchs, waren keineswegs ideal für eine glückliche Kindheit:

  • das Land war von den Römern besetzt
  • seine Mutter war bei seiner Empfängnis unverheiratet, in der damaligen Gesellschaft ein absolutes No-Go
  • seine Geburt war der Auslöser für das grausame Massaker in Bethlehem, als Herodes alle Jungen bis 2 Jahre ermorden ließ
  • seine Eltern mussten mit ihm über Nacht fliehen und die Familie blieb als Flüchtlinge in Ägypten, bis Herodes gestorben war – da war Jesus bereits sechs Jahre alt

Danach wuchs er in einem unbedeutenden Dorf auf. Er lernte Zimmermann, wie sein Vater auch.

Hat Jesus alles, was über ihn geredet wurde, für sich angenommen? Er musste seine Identität ja erst heranbilden, wie jeder andere auch. Obwohl er Gottes Sohn war?

Es heißt in Lukas 2, 52 „Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.“

Demnach hat Jesus seine Persönlichkeit und Gunst bei Menschen erst entwickeln müssen. Und trotz anfangs traumatisierender Umstände schaffte er es, wie wir wissen, erfolgreich. Er wurde in seiner Identität auch bald auf die Probe gestellt.

  • Welche Situation ist ideal, jemanden zu provozieren?

Wann bist du besonders anfällig? Wann ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass du schwach wirst?

Am ehesten gibt man nach, wenn man alleine ist, hungrig und müde.

Lukas 4,1 Vom Heiligen Geist erfüllt, verließ Jesus den Jordan und ging in die Wüste. Der Geist Gottes hatte ihn dazu gedrängt. Vierzig Tage blieb er dort und wurde vom Teufel versucht. Während der ganzen Zeit hatte er nichts gegessen, so dass er am Ende sehr hungrig war. … Vers 3 Und der Teufel sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde.

Vers 5 Und der Teufel zeigte Jesus in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Welt und sagte: „Diese ganze Macht und Herrlichkeit will ich dir geben, denn sie ist mir überlassen worden und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, dann soll alles dein sein“ …..

Vers 9 Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln über dir befehlen, dass sie dich bewahren;

Drei Mal kommt fordert Satan ihn heraus: wenn du meinst, du bist wer, dann musst du erst liefern. Er stellt die Identität des Sohnes Gottes in Frage und provoziert Jesus, sie mit Taten zu beweisen.

  • Wie konnte Jesus standhaft bleiben, trotz Erschöpfung und ohne ein Gebets-Tandem?

Die Antwort erschließt sich uns, wenige Verse davor, als Jesus sich gerade hatte taufen lassen.

Lukas 3,22 der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

Noch bevor Jesus ein Wunder tat, noch bevor Jesus irgend etwas von Bedeutung getan hat, sagte Gott zu ihm: „DU BIST GELIEBT“.

Du BIST mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude, du gefällst mir wohl.

Als Sohn

  • ist man zugehörig, nämlich seiner Familie
  • ist man unter dem Schirm des Vaters
  • ist man in der damaligen Kultur und vielfach auch heute noch größter Stolz der Eltern, da ein Sohn Garant für Zukunft und Fortbestand war
  • im Sohn lebt der Vater weiter

Die Sohnschaft Gottes ist das Fundament der Identität Jesu.

Er hatte von Jugend an die Gemeinschaft mit seinem himmlischen Vater gesucht und kennengelernt, wie er ist. Weil er Gott liebgewonnen hatte, kannte er den Klang seiner Stimme und hörte sie aus allen anderen heraus. Als nun die Stimme aus dem Himmel spricht „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ erkannte er sie und er stimmte mit ihr überein:

Er war die Freude seines Vaters!

Ohne Wundertaten, ohne Predigt. Ohne das Erlösungswerk vollendet zu haben.

Er war von Anfang an und blieb der geliebte Sohn.

In seiner Identität als Gottes Kind, getauft mit Wasser und Heiligem Geist, positionierte Jesus sich und von dort aus begann er Außergewöhnliches zu bewirken.

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