Sein wie Gott

Ab und zu Gott spielen. Über alles Bescheid wissen, Einblick bekommen. Hat doch einen gewissen Reiz!

1. Mose 3 beschreibt, wie die listige Schlange damit lockte:

Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was Gut und Böse ist!

Was hatte Gott dagegen?

Im Deutschen bedeutet „erkennen“ deutliches Sehen, wen oder was man vor sich hat. Das deutsche Wort hat eine Distanz zum Objekt.

Anders im Hebräischen. „Erkennen“ bedeutet:

  • ein vertraut sein mit
  • intim werden
  • etwas erleben
  • spüren
  • intensiv Anteil nehmen
  • etwas erwählen

„Erkennen“ hat im Hebräischen Verständnis eine ganzheitliche Beteiligung. Ein Handeln gemäß der Erkenntnis.

Man könnte also übersetzen „ihr werdet mit Gut und Böse vertraut werden, spüren, erleben was Gut und Böse ist, ihr werdet intensiv daran Anteil nehmen“.

Was reizte die Menschen daran? Bis dahin lebten sie in idealen Bedingungen: keine Geldsorgen, kein Hunger, keine schreienden Kinder – es herrschten Liebe, Frieden und Harmonie.

An ungünstigen Umständen konnte es jedenfalls nicht liegen.

Als die Frau sich darauf konzentrierte, dass ihr etwas entging, vergaß sie sich selbst.

Sie vergaß, wer sie in Wahrheit längst war:

Der Clou ist, sie war bereits wie Gott!

Ihm natürlich untergeordnet, doch ihm gleich erschaffen.

Ebenbild im Hebräischen heißt auch Abbildung, Schattenbild, Doppelgänger, Kopie oder ein Götzenbild, das Gott repräsentiert.

Der Mensch ist Gott derart ähnlich, dass es einer Illusion gleichkommt. Kann man sich so vorstellen, dass andere Wesen schon genau hinsehen mussten, um Menschen von Gott zu unterscheiden.

Einer wollte sein wie Gott, war es aber nicht. Gott warf diesen Engel aus dem Himmel und seitdem wurmt ihn nichts mehr, als die Wesen, die Gott ebenbildlich sind. Jeder dieser 8 Milliarden erinnert ihn Tag und Nacht daran, was er nicht ist!

Die Bibel schildert, wie Menschen seit seiner List und ihrer unrühmlichen Entscheidung sich in seelischen Verstrickungen verloren und nicht mehr herausfanden. Sie baten Gott darum, sie zu lehren, wie das Leben gelingt.

Er hielt ihnen seine helfende Hand hin, er verbündete sich sogar mit ihnen. Auf ihren Wunsch hin gab er durch Mose Weisungen, wie sie im Ausführen sein Wesen erkennen konnten und welches Verhalten gesund und angemessen ist.

Doch solange sie ihr Tun nicht mit der Erkenntnis Gottes verbanden, versagten ihre guten Vorsätze. Ihre Seelen blieben verloren.

Empfand Gott Mitleid mit diesen armen, vergänglichen Kreaturen? Mit einem Klumpen Matsch, den er mal angepustet hat?

Oder ist Gott vielmehr ein kluger, gar brillanter Investor?

Was immer deine Meinung über Menschen ist und dich im Besonderen, Gott findet den Menschen ausgezeichnet gelungen! Nicht allein auf geistlicher Ebene.

Gott findet deinen Körper ausgezeichnet! So ausgezeichnet, dass er ihn zum Tempel seines Heiligen Geistes machen will!

Gott findet auch deine Seele ausgezeichnet! Mit ihr kannst du das Immaterielle wahrnehmen und in ihr triffst du weitreichende Entscheidungen.

Gott hat mit dem Menschen ein High-End Wesen entwickelt. Nach eigenem Vorbild. Darum gab es auch keinen Grund, den Menschen abzuschaffen.

Was weiter sollte Gott noch kreieren?

Der Mensch ist bereits das Ende der Fahnenstange! Größer und höher als der Mensch ist nur noch Gott selbst.

Gott weiß um das überragende Potential unserer Spezies.

Deshalb beschloss er, die Menschheit mitsamt der Schöpfung zu retten!

Er investierte noch einmal in das Projekt und ging All-In.

Der Rest ist Geschichte.

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