Identität und der Sündenfall

1.Mose 3,1 – 5 Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;

aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, …

Ein Lüge, wie wir wissen.

…, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan,

– im Gegenteil: die geistlichen Augen verschleierten sich, seitdem dominieren die leiblichen Augen.

und ihr werdet sein wie Gott

Nun, der Mensch war bereits wie Gott.

Sie waren Gottes Ebenbilder, Geschöpfe zwar, aber in seinem Wesen gleich, wie ein Sohn dem Vater.

… und erkennen, was gut und böse ist.

Im Deutschen bedeutet erkennen: deutliches Sehen, wissen, wen oder was man vor sich hat. Das deutsche Wort setzt eine gewisse Distanz zum Objekt voraus.

Das hebräisches Wort, das mit „erkennen“ übersetzt wurde, bedeutet:

  • ein vertraut sein mit
  • intim werden
  • etwas erleben
  • spüren
  • intensiv Anteil nehmen
  • etwas erwählen

Erkenntnis im hebräischen Sinn ist kein abstrakter Denkakt, sondern „Erkennen“ bedeutet immer eine ganzheitliche Beteiligung, welche die praktische Umsetzung und ein Handeln gemäß der Erkenntnis einschließt.

… und ihr werdet „vertraut werden, spüren, erleben“, was Gut und Böse ist, „intensiv daran Anteil nehmen“.

Was lässt sich nun zur Verteidigung des Menschen sagen?

Trotz idealer Bedingen, keiner schwierigen Kindheit, kein gebrochenes Herz, keine Geldsorgen, kein Hunger, kein permanent schreiendes Kind, nur Friede, Harmonie und Freiheit.

Nicht die Umstände waren verantwortlich für die Reaktion des Menschen.

Als die Schlange die Frau auf diesen einen Baum aufmerksam machte, der ihr verboten war, vergaß sie all die anderen 100, 1.000, Millionen Bäume, von denen sie sich reichlich bedienen konnte.

Und: als sie sich auf diesen Mangel fokussierte, vergaß sie sich selbst.

Sie vergaß, wer sie in Wahrheit war. Sie war wie Gott. Wenn auch ihm untergeordnet, doch erschaffen in seinem Ebenbild.

Wie leben nun gesunde, rechtschaffene Ebenbilder Gottes?

Wir finden im Alten Testament kein einziges Vorbild, keinen Menschen, der von Anfang an hundertprozentig seine Identität in ganzer Fülle vorgelebt hätte. 

Menschen waren verloren in ihren seelischen Verstrickungen und fanden nicht mehr heraus. Sie baten Gott darum sie zu lehren, wie sich heile Persönlichkeiten verhalten.

Er schloss mit ihnen einen Bund gab ihnen durch Mose Gesetze, damit sie sein Wesen (er)kennen lernen und im Ausüben der Gesetze erkennen sollten, welches Verhalten gesund und angemessen ist. Doch ihre guten Vorsätze versagten, ihre Seelen blieben verloren, solange sie ihr Tun nicht mit der Erkenntnis verbanden. Dies zog sich von Generation zu Generation immer weiter fort.

Empfand Gott nun Mitleid mit den armen, vergänglichen Kreaturen? Mit einem Klumpen Matsch, den er mal angepustet hat?

Oder ist Gott vielmehr ein kluger, gar brillanter Investor?

Gott hat den Menschen als High-End Wesen erschaffen. Darum gab es keinen Grund, ihn abzuschaffen. Und was hätte er sonst anderes erschaffen wollen? Der Mensch ist bereits das Ende der Fahnenstange, größer und höher als der Mensch ist nur noch Gott selbst.

Er findet deinen Körper ausgezeichnet, so ausgezeichnet, dass er ihn zum Tempel seines Heiligen Geistes machen will.

Er findet deine Seele ist ausgezeichnet, sie ist der nicht-physische Anteil deines Wesens. Mit ihr kannst du dass Immaterielle wahrnehmen und in ihr triffst du weitreichende Entscheidungen.

Gott weiß um das immense Potential des Menschen. Deshalb beschloss er, die Menschheit mitsamt der Schöpfung nicht abzuschaffen, sondern investierte nochmals in höchstem Maße, indem er das Kostbarste einsetzte, das der Himmel zu bieten hatte. Der Rest ist Geschichte.

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