Das am meisten beneidete Geschöpf des Universums

Sein wie Gott. Wenigstens für einen Tag.

1. Mose 3 beschreibt, wie die listige Schlange die Menschen damit lockte, wie Gott zu werden und ihrem Erschaffer Hintergedanken unterstellte: Gott weiß, an dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was Gut und Böse ist!

War dem wirklich so, wie die Schlange es darstellte?

Gutes von Bösem zu unterscheiden – was daran könnte Gott gestört haben? Warum wollte er diese nützliche Fähigkeit dem Menschen vorenthalten? Bangte er um seinen Thron?

Im Deutschen bedeutet „erkennen“ deutliches Sehen, wen oder was man vor sich hat. Das deutsche Wort hat eine Distanz zum Objekt.

Anders im Hebräischen. „Erkennen“ bedeutet da:

  • ein vertraut sein mit
  • intim werden
  • etwas erleben
  • spüren
  • intensiv Anteil nehmen
  • etwas erwählen

„Erkennen“ hat im Hebräischen Verständnis eine ganzheitliche Beteiligung. Tun und Erkennen sind dasselbe.

Man könnte also übersetzen „ihr werdet mit Gut und Böse vertraut werden, spüren, erleben was Gut und Böse ist, ihr werdet intensiv daran Anteil haben“.

Nun die Frage, was daran reizte die Menschen? Sie lebten in idealen Bedingungen: kein frustrierender Job, finanziell unabhängig, kein nörgelnder Nachbar, keine Mangelernährung, keine schreienden Kinder – überall Liebe, Friede und Harmonie.

An ungünstigen Umständen konnte ihr Interesse nach einer Neuausrichtung jedenfalls nicht liegen.

Ich glaube, als der Frau ins Bewusstsein drang, etwas von hoher Wichtigkeit würde ihnen entgehen, vergaß sie sich selbst.

Sie vergaß, wer sie längst und von Anfang an waren:

Sie waren bereits wie Gott!

Gott hatte sie als Abbild von sich erschaffen.

Wie kann man sich das vorstellen, Gottes Ebenbild zu sein sein? Szene im Garten Eden: all die Tiere, die Gott kurz zuvor erschaffen hatte, schreiten, traben, kriechen, flattern, fliegen, galoppieren, klettern, grasen, schwingen sich durch das Paradies. Sagt die Giraffe zum Zebra: „Schau mal da vorne, da spaziert Gott“ und das Zebra „Jaaa, lass uns ihm Hallo sagen! Aber – daneben ist nochmal Gott. Wie kann das sein?“ – „Nein! Sieht aus wie Gott, bewegt sich wie Gott, redet wie Gott, ist aber nicht Gott! Das ist ein Mensch! Seine Allerneuste Kreation!“

Der Mensch ist Gott derart ähnlich, dass es einer Illusion gleichkommt!

Die Bibel berichtet von Einem, der gerne so werden wollte wie Gott. War es aber nicht. Gott warf diesen Engel aus dem Himmel. Seitdem gibt es nichts, das ihn mehr wurmt, als die Wesen, die alle aussehen wie Gott, sich bewegen wie Gott, reden wie Gott. Jedes dieser Acht Milliarden Gesichter erinnert ihn Tag und Nacht daran, was er nicht ist. Nie sein kann!

Die Bibel schildert, wie Menschen sich seit seiner List elendig in Verstrickungen verloren und nicht mehr herausfanden. Sie flehten zu Gott und er führte sie. Er verbündete sich sogar mit ihnen und auf ihren Wunsch hin gab er durch Mose Weisungen, damit ihr Leben gelingen konnte. Im Ausführen der Gebote sollten sie sein treues, gerechtes Wesen erkennen und verstehen, wie sehr er sich ein reines Verhältnis mit ihnen wünschte, trotz ihrer Fehltritte.

Doch viele taten nur Dienst nach Vorschrift. Im Tun seiner Weisungen entwickelten sie kein Verständnis für Gottes Persönlichkeit und seine Ziele. Ihre guten Vorsätze versagten und ihre Seelen blieben verloren.

Die Bibel berichtet, wie sich die Ereignisse im weiter überschlugen und die Menschheit in ihrem Morast immer tiefer sank.

Empfand Gott Mitleid mit diesen armen, vergänglichen Kreaturen? Mit einem Klumpen Matsch, den er mal angepustet hat?

Oder ist Gott vielmehr ein kluger, vielleicht sogar ein brillanter Investor?

Was immer deine Meinung über Menschen allgemein und dich im Besonderen ist, Gott findet den Menschen ausgezeichnet gelungen!

Nicht nur auf geistlicher Ebene. Gott findet deinen Körper ausgezeichnet! Wie deine Organe, Sehnen, Muskeln, Nerven miteinander kooperieren, wie jede Zelle deine einzigartige DNA enthält, sich immer wieder erneuert und immer noch ganz Du bleibt.

Er findet deinen Körper so ausgezeichnet, dass er darin wohnen möchte, als Tempel seines Heiligen Geistes!

Gott findet auch deine Seele ausgezeichnet! Durch sie bist du fähig, das Immaterielle wahrzunehmen, du kannst in ihr Pläne schmieden und aus deiner Imagination schaffst du Reales. Du triffst in ihr weitreichende Entscheidungen und aus ihr gibst du den Anstoß für wichtige Veränderungen.

Gott hat mit dem Menschen ein High-End Wesen entwickelt. Nach seinem eigenem Vorbild. Darum gab es für Gott auch keinen Grund, den Menschen abzuschaffen.

Was weiter sollte er denn noch kreieren?

Der Mensch ist bereits das Ende der Fahnenstange! Größer und höher als der Mensch ist nur noch Gott selbst.

Gott weiß um das überragende Potential unserer Spezies!

Deshalb beschloss er, die Menschheit mitsamt der Schöpfung zu retten!

Er investierte noch einmal in das Projekt Mensch und ging dabei All-In.

Der Rest ist Geschichte.

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