Wie man wer wird

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Die persönliche Identität ist nichts Statisches, die es, einmal ausgebildet, zu bewahren gilt. Sie ist kontinuierlich im Prozess. Umfeld und Umwelt interagieren mit Genen und Geist.

Die ersten und die prägendsten Erkenntnisse über uns selbst machten wir als Kind:

  • allgemein durch Erlebnisse
  • wie andere mit uns interagierten
  • was andere über uns sagten
  • was wir durch ausprobieren entdeckten: manches ging, manches ging in die Hose. Was davon wir wiederholen wollten, hing mit den Reaktionen der anderen zusammen und wie wir sie bewerteten.

Von all den zahlreichen Erlebnissen und Aussagen merkt sich ein Kind nur, welche es selbst für relevant hält.

Ein Kind mag klein sein, aber es bewertet bereits Situationen, zieht daraus Rückschlüsse und trifft eigene Entscheidungen.

Woran wir uns heute aus unserer Kindheit erinnern, hängt mit dem zusammen, was wir aktuell über uns selbst glauben. Und über die Welt, in der wir leben.

Wer wir sind, bilden wir weiterhin aus dem, womit wir uns selbst identifizieren.

  • die Herkunftsfamilie, später eine Gruppe, die Clique, ein Verein
  • mit den geistigen Strömungen der eigenen Zeit, der Gesellschaft
  • der Beruf, die Arbeit

Sich mit etwas oder jemand zu identifizieren, bedeutet zugleich, sich von anderen zu unterscheiden und damit abzugrenzen.

Ich zum Beispiel bin Deutsche. Keine Französin, keine Philippinin.

Ich bin eine Frau. Kein Mann.

Ich bin Augenoptikerin. Keine Augenärztin, keine Eiskunstläuferin, keine IT-Entwicklerin. Ich habe dazu nicht die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten und ich strebe diese auch nicht an.

Zusammengefasst: es sind Erfahrungen und Aussagen über uns, die wir für wahr halten, mit denen wir uns identifizieren oder von denen wir uns abgrenzen, die uns zu dem machen was wir sind.

WER du als Individuum bist, ist die Summe dessen, WAS du bist, was du kannst, also deine Fähigkeiten und dem, was du anstrebst, deine Ziele.

Stellen wir uns Identität als Haus vor:

Unsere Herkunft, unser Geschlecht, unsere Leiblichkeit, Religion, Beruf, Familienstand, Hobbies, Begabungen, bilden die Wände bzw. Säulen unserer Identität.

Machen wir die Säulen jedoch zu unserem Fundament, wird es ein instabiles, fragiles Gebäude.

Denn wer verliert, was er zu sein dachte: die berufliche Position, die Gesundheit, Heimat, dem schwindet in der Folge meist auch das Vermögen. Als nächstes fallen Hobbys weg, das soziale Netzwerk schrumpft. Wer dann noch Partner und Familie verliert, dem zieht der Verlust buchstäblich den Boden unter den Füßen weg.

Wer also Arbeit, Familie, Fähigkeiten als Fundament seines Dasein hält, wird im Fall eines Verlusts in eine ernste Identitätskrise geraten. Schlimmstenfalls erscheint das Leben nicht mehr wert, weiter gelebt zu werden, weil kein tragendes Fundament da ist und für einen Neuanfang die solide Grundlage fehlt. Einem solchen Menschen ergeht es wie dem, der sein Haus auf Sand gebaut hat. Als ein großer Sturm kam, wurde es vom Regen fortgeschwemmt, siehe Matthäus 7.

Die essentiellen Fragen zur eigenen Identität lauten daher :

Was ist mein Fundament?

Worin gründe ich meine Identität?

Worauf baue ich meine Hoffnungen?

Die einfache Antwort aller Christen lautet natürlich: auf Jesus.

Heißt das, mit Jesus als Fundament werden die Säulen und das Dach meines Hauses unversehrt bleiben?

Die Bibel lehrt das nicht.

Sie lehrt vielmehr, dass das Fundament Jesus solide genug ist, in jeder Erschütterung.

Stürzen Säulen ein, selbst wenn es alle deine Säulen sind, ist das nicht dein Untergang, denn mit Jesus als Fundament kannst du dein Haus immer wieder restaurieren.

In aller Regel ist ein Haus nach dem Restaurieren noch schöner, noch komfortabler, stabiler, zeitgemäßer.

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